Ehrenamtliche Mitarbeiter bei Kapital-Kampagnen

11. 2014
von Katrin Jutzi
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Die Beteiligung von ehrenamtlichen Mitarbeitern ist bei Kapitalkampagnen ein zusätzlicher Schatz. Ehrenamtliche Mitarbeiter können gerade durch ihren speziellen freieren Bezug zur Organisation Frische und Ideen einbringen sowie eine wertvolle Menge an Ressourcen.

Ist für hauptamtliche Mitarbeiter die Kampagne noch ein zusätzlicher Stressor, der auf volle Aufgabenpläne oben drauf kommt, haben ehrenamtliche Mitarbeiter häufig Spaß an der besonderen Herausforderung. Was hier gerade sehr glatt klingt, sollte präzise geplant werden: Die Kooperation zwischen haut- und nebenamtlichen Mitarbeitenden. Denn bei Kapital-Kampagnen sollten alle wissen, worauf sie sich einlassen, welche Rolle jeder hat und wie es dazu kommt, dass jeder „Handgriff“ sitzt. Denn: Kapital-Kampagnen sind wahre Konzerte mit vielen Instrumenten und einer komplizierten Partitur.

Welche Rollen nehmen typischer Weise ehrenamtliche Mitarbeiterinnen ein?

Beteiligung an der Kampagne durch Kontaktherstellung

Die Beteiligung weiter Teile der Organisation an der Kampagne ist ein Muss. Obwohl ehrenamtliche Mitarbeiter sich bereits durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit engagieren, kommen weitere Anfragen auf sie zu: Können sie sich vorstellen, ihr eigenes Kontaktnetzwerk für die Bewerbung der Kampagne und Spendeneinwerbung zur Verfügung zu stellen? Können sie Türen öffnen? Meist verfügen die ehrenamtlichen Mitarbeiter über ein anderes soziales Netzwerk als die Organisation, bspw. zum Wirtschaftsverband, zum Klempner um die Ecke, zum Stadtrat oder einer Elterninitiative. Weil sie meist sehr beseelt von ihrer Arbeit sind, können Sie aus erster Hand berichten, was sich Neues tut und wozu das alles einen Sinn ergibt. Dies ist bei den Kampagnen wichtig: das Anliegen der Kampagne soll lebendig werden und andere –speziell Förderer- in den Bann ziehen.

Entscheidungen treffen rund um die Kampagne

Aufgrund der hohen Summen, um die es bei Kapital-Kampagnen geht, übersteigen die Entscheidungen das übliche Risiko-Niveau. Der häufig ehrenamtlich arbeitende Vorstand oder die Beiräte haben eine gewichtige Rolle darin, kompetente Entscheidungen zu treffen. Die erste ist, ob die Kampagne überhaupt geplant werden soll. Von Vorteil ist, wenn sich die Kompetenzen im Vorstand ergänzen und weder Angst noch übersteigerter Idealismus die Oberhand bekommt. Während der gesamten Kampagne kommen vermehrte Entscheidungsakte auf alle zu. Schön, wenn sich der Vorstand darin im Klaren und nicht überrascht ist.

Mitarbeit in der Projektgruppe der Kampagne

Fundraising und Führung sind meist mit den üblichen Aufgaben gut ausgefüllt und müssen sich die Kapazitäten für die Kampagne schaffen: entweder durch eine drastische Aufgabenreduktion oder durch zusätzliche Kapazitäten. Insbesondere wenn ehrenamtliche Mitarbeiter aus ihrem Berufsleben Bezüge zu Projektmanagement haben, können sie das Team sehr gut ergänzen oder gar die Leitung übernehmen. Kompetenz, engmaschige Absprachen und konzertiertes Auftreten von Haupt- und Ehrenamt sind gefordert.

 

Wie macht man es, dass alle an einem Strang ziehen?

  • Grundvoraussetzung dafür ist eine ganz klare Zielvorstellung. Was soll bis wann eingeworben werden? Was wird nach der Kampagne anders, besser, leichter sein – was ist der Impact der Kampagne?
  • Von Bedeutung ist ein Konzept, das von allen Beteiligten verstanden wird. Warum muss es eine stille Phase geben und warum verdirbt es die Kampagne, wenn das Geheimnis nicht bewahrt wird?
  • Verbindliche Strukturen sind zu schaffen. Reichen bei üblichen ehrenamtlichen Einsätzen evtl. sogar spontane Absprachen aus, so ist nun eine schriftliche Vereinbarung mit ehrenamtlichen Mitarbeitern über ihre Rolle zu schließen. Das bringt Sicherheit bei den Absprachen und der Kooperation.

Machen Sie sich Gedanken, wie der Schatz einer Beteiligung von ehrenamtlichen Mitarbeitern gehoben werden kann und seien Sie dabei gleichermaßen kreativ wie realistisch. 

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