Fünf Ansätze für Ihre Fundraising-Strategie

12. 2009
von Kai Fischer
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In wenigen Wochen ist es soweit: Mit dem Neuen Jahr beginnt auch wieder die Frage, wie angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen notwendige Ressourcen für Projekte gewonnen werden können. Und die Herausforderungen werden 2010 wachsen.

Die Krise ist schwer zu fassen

Auch wenn die Wirtschaft wieder langsam wachsen wird, erreicht die Krise den Arbeitsmarkt. Erst im nächsten Jahr wird der Höchststand an Insolvenzen erwartet und die Mitarbeiter/innen von Karstadt und Quelle werden endgültig vor verschlossenen Türen stehen. Von Verwerfungen rund ums Auto einmal ganz abgesehen. Zwar soll das Tal durchschritten sein. Aber es ging auf allen Ebenen Substanz verloren, die in den Kassen fehlt.

Damit stellt sich die Frage: Wie richten Sie Ihre Fundraising Strategie aus?

1. Entwickeln Sie eine Fundraising-Website

Fast alle Organisationen haben mittlerweile eine Website. Aber taugt diese auch für das Fundraising? In der Regel nicht, denn bei fast allen Websites liegt der Fokus auf der Öffentlichkeitsarbeit. Das mag okay sein – es hilft nur nicht im Fundraising. Die Erfahrungen zeigen: Auf PR-Websites spenden Förderer nicht.

Online-Fundraising ist nur dann möglich, wenn die gesamte Website auf diese Aufgabe ausgerichtet wird. Zentrales Ziel ist dann das Gewinnen von Spendern – alle anderen Aufgaben sind sekundär. Gelingt Ihnen das nicht? Dann entwickeln Sie eine separate Spenden-Website und verlinken diese mit der Website Ihrer Organisation. Wenn Sie dies in Ihrer Organisation nicht durchsetzen können, müssen Sie auf Online-Fundraising verzichten.

2. Setzen Sie auf E-Mail-Fundraising

Haben Sie noch keine systematische E-Mail-Strategie? Dann wird es 2010 allerhöchste Zeit, hier zu beginnen. Nicht nur die Erfahrungen aus dem Obama-Wahlkampf zeigen: E-Mail ist der eigentliche Treiber bei Online-Spenden; nicht die Website und auch nicht die vielen Anwendungen des Web 2.0.

Allerdings brauchen Sie für ein erfolgreiches Online-Fundraising auch eine ausgefeilte Strategie. So funktionieren nur Adressen, wenn Ihnen die Empfänger Ihnen die Erlaubnis zur Zusendung gegeben haben. Und Sie müssen eine E-Mail-Dramaturgie entwickeln, die Menschen mitnimmt und zur Spende führt. Gleichzeitig dürfen Sie die Bindung und die Information über Ihre Projekte nicht vergessen.

3. Bauen Sie Ihre Community auf

Förderer wollen von Ihnen begeistert werden. Sie wollen Teil haben an Ihren Projekten. Sie sind die Basis Ihrer Community, die mit Ihnen zusammen die Welt verändert.

Communities, die auf gemeinsam geteilten Werten und Vision beruhen, bilden zukünftig eine immer wichtiger werdende Ressource für Fundraising und Marketing.

Communities sind themenzentriert. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich auf Ihre zentralen Themen konzentrieren und diese umsetzen. Organisationen treten in den Hintergrund. Kommunizieren Sie authentisch und geben Sie Ihren Förderern die Möglichkeit, aktiv zu werden. Communities existieren übrigens nicht nur im Internet, sondern auch in der physischen Welt. Und es gibt Mix-Formen.

4. Nutzen Sie Ihre Stärken im regionalen Fundraising

Regionale Organisationen haben besondere Stärken. Sie zu nutzen, ist ein Gebot der Stunde. Statt ausschließlich mit Spendenbriefen zu arbeiten, lohnt es sich, Menschen einzuladen und von Ihren Aufgaben und Anliegen zu erzählen. Je bewusster Menschen ist, warum Sie sich engagieren, desto einfacher haben Sie es, neue Unterstützer zu finden.

Fundraising regional bedeutet Arbeit und persönlichen Einsatz. Welche Voraussetzungen Sie für Ihren Erfolg erfüllen müssen, finden Sie in unserem Buch „Die 10 Mythen im Fundraising“, welches Sie sich kostenlos von unserer Website herunterladen können.

5. Denken Sie auch an Sozialmarketing

Nicht immer und nicht überall lassen sich alle Finanzierungsprobleme mit Fundraising lösen. Schauen Sie deshalb im nächsten Jahr dringend über den Tellerrand. Jenseits des Fundraisings gibt es auch Möglichkeiten, Einnahmen zu erzielen.

Welches Know-how können Sie zu Geld machen? Wo können Sie Produkte und Angebote entwickeln, für die Menschen bereit sind zu zahlen? Diese und ähnliche Fragen weisen Ihnen den Weg zu neuen Finanzquellen. Sie können langfristig lukrativer als Fundraising sein und zur finanziellen Stabilität Ihrer Organisation beitragen.

Fazit

Neue Strategien bedeuten immer auch Aufwand und eine Neupositionierung Ihrer Organisation. Auch wenn sie erst einmal unbequem sind, Sie verlassen die ausgetretenen Pfade und können jenseits eines stagnierenden Spendenmarkts neue Finanzquellen aufbauen. Wie Ihre neuen Wege aussehen können, entwickeln wir gern mit Ihnen. Oder Sie lesen im nächsten Jahr in unserem Newsletter, welche Erfahrungen andere Organisationen schon sammeln konnten.

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