Georg Felder: Werbe- und Konsumentenpsychologie

12. 2015
von Kai Fischer
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Georg Felder: Werbe- und Konsumentenpsychologie. Wiesbaden 2015, Preis: 49,99 €

Wer Fundraising macht, will andere überzeugen – überzeugen, eine Spende zu geben oder sich in einer anderen Form zu engagieren. Wer überzeugen möchte, muss wissen, wie Informationen wahrgenommen und verarbeitet werden, wie Menschen zu Entscheidungen kommen und wodurch diese beeinflusst werden.

Diese Fragen stehen im Zentrum des Buches von Georg Felser über Werbe- und Konsumentenpsychologie. Er beschäftigt sich nicht nur mit der Frage, wie wir wahrnehmen – sehen, hören, riechen und tasten – und der Verarbeitung dieser Reize, sondern beschreibt die Funktion des Gedächtnisses genauso wie Mechanismen der Verhaltenssteuerung und der Entscheidungsfindung. Dabei spielen Stimmungen, Ziele und Motivationen ebenso eine Rolle wie die Selbstregulierung. Von besonderem Interesse dürften für viele Fundraiser/innen die Ausführungen zur automatischen Handlungssteuerung von außen sein. Hier geht er intensiv auf das Konzept des Primings ein und zeigt, wie das Zeigen von Bildern oder einzelne Worte menschliches Verhalten beeinflussen können. Felser bleibt dabei nicht beim Individuum stehen, sondern beschreibt auch Effekte der sozialen Gruppe auf Wahrnehmungen und Entscheidungen. Auch Prozesse, die mit dem Selbstbild verbunden sind, die sich auf psychische Konsistenz und auch Reaktanz beziehen, werden in diesem Buch umfassend behandelt. Dem Anspruch, ein Standardwerk zu diesem Thema zu sein, wird das Buch in allen Belangen gerecht.

Wer seine eigene Arbeit auf ein gutes aktuelles psychologisches Fundament stellen oder seine eigenen Fundraising-Aktivitäten kritisch überprüfen möchte, sollte unbedingt in das Buch von Felser schauen. Es dürfte zu Themen Wahrnehmen, Entscheiden und Verhalten im Umfeld von Werbung keine umfassendere und aktuellere Literatur geben. Allerdings – und das soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden – handelt es sich bei dem Band um wissenschaftliche Literatur, die entsprechend geschrieben ist. Es hat nicht nur einen umfangreichen Anmerkungsapparat, sondern ist auch in einer wissenschaftlichen Sprache verfasst.

Am besten, Sie machen sich selbst ein Bild auf der Website von amazon bzw. dem Springer Fachverlag, bei dem das Buch erschienen ist.

Das Buch von Georg Felser hat Dr. Kai Fischer für Sie gelesen.

 

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