3 Säulen, auf die es beim Mission-based Fundraising ankommt

04. 2018
von Kai Fischer
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Beim Mission-based Fundraising geht um Aufbau und Pflege langfristiger Beziehungen zu Förderern. Diese bilden die Grundlage für eine nachhaltige Finanzierung der jeweilige Organisation, Stiftung bzw. Sozialunternehmen. Denn durch die Langfristigkeit können die Kosten der Förderergewinnung über mehrere Jahre verteilt werden. Und gleichzeitig steigt mit der Dauer der Beziehung auch die Bereitschaft, größere Beträge zu geben.

Damit stellt sich die Frage, wie langfristige Beziehungen aufgebaut und gepflegt werden können. Hierauf bauen die drei Säulen des Mission-based Fundraisings auf:

1.) Förderer stehen im Mittelpunkt des Fundraisings

Nur wenn Förderer im Mittelpunkt des Fundraising stehen, können überhaupt langfristige Beziehungen aufgebaut werden. Dies bedeutet: Es geht um ihre Gebe-Logiken, ihre Wünsche und Bedürfnisse, ihre Motive zu geben. Hieran muss das Fundraising ausgerichtet werden. Konkret bedeutet dies:

  • Förderer haben Themen, die sie unterstützen wollen. Diese stehen im Mittelpunkt der Kommunikation.
  • Förderer haben Präferenzen für Kommunikationsmedien, -kanäle und –zeitpunkte. An den Wünschen und Bedürfnissen der Förderer orientiert sich die Kommunikation.
  • Förderer haben unterschiedliche Gebe-Logiken, die ihr Geben prägen. Diese bilden die Basis für Engagement und langfristige Beziehungen.

2. Organisationen müssen sich positionieren

Ihre Organisation kann nur dann mit Förderer auf Augenhöhe kommunizieren und sie einladen, gemeinsam die Welt zu gestalten und zu verbessern, wenn Sie sich eindeutig positionieren und erklären, wofür Sie stehen. Hier geht es um Ihre Mission und das Mission-Statement – die Antwort auf die Warum-Frage – genauso wie um Ihre Themenfelder, die „Theory of Change“ und das Narrativ,in welchem sich Ihre Organisation erzählt.

Mit dem Mission-Statement schaffen Sie die emotionale Basis geteilter Werte, die die Grundlage einer langfristigen Förderbeziehung bildet. Denn im Kern werden Sie die meisten Ressourcen von Menschen bekommen, die Ihre Werte teilen und die sich von Ihnen emotional ansprechen lassen. Ist beides gegeben, können Ihre Beziehungen zu Ihren Förderern so lange bestehen, bis Ihre Mission erfüllt ist.

Förder/innen teilen mit Ihnen nicht nur Werte, sondern auch Themen und das Verständnis, wie die Welt verändert werden kann. Wenn Förder/innen eigene Themen haben, die sie interessieren, dann werden Sie auch nur mit denjenigen in Beziehung kommen, die Ihre Themen für wichtig halten. Das Gleiche gilt für die impliziten Theorien, wie Veränderungen erreicht werden können. Auch hierin unterscheiden sich Menschen und Organisation und Sie werden nur diejenigen erreichen, die eine ähnliche Vorstellung vom Veränderungsprozess haben.

Schließlich benötigen Förderer eine Rolle in der Erzählung Ihrer Organisation. Diese Rolle zeigt ihnen ihren Anteil und ihre Funktion bei der gemeinsamen Zielerreichung. Dies ist übrigens der Grund, warum Patenschaften so erfolgreich sind: „Patin“ ist eine Rolle, die eine Förderin einnehmen kann, die ihre Aufgabe und ihre Funktion erklärt und zeigt, welchen Anteil sie am Erfolg des Projekts hat.

Alle vier Punkte zusammen bilden die Positionierung, machen eine Organisation, Stiftung und Sozialunternehmen unverwechselbar. Dabei gilt: Je klarer die Positionierung ist, desto einfacher ist es für Förderer zu entscheiden, ob sie unterstützen und ein Stück Weg gemeinsam mit Ihnen gehen wollen.

3. Aufbau und Pflege von Beziehungen

Alle langfristigen Beziehungen werden in 7 Schritten aufgebaut und gepflegt. Hier gibt es keinen Abkürzungen und einzelne Schritte können auch nicht ausgelassen werden. Denn jeder Schritt ist wichtig, um einander kennenzulernen und zu entscheiden, ob man eine gemeinsame Geschichte hat, die die Grundlage des langfristigen Spendens bildet. Und mit der ersten Spende beginnt erst die Beziehung richtig. Deshalb ist langfristig erfolgreiches Fundraising etwas anderes als immer wieder Förderer von neuem zu werben.

Fazit

Werden diese drei Säulen des Mission-based Fundraisings richtig umgesetzt, dann verändert sich auch das Fundraising selbst. Denn Fundraising hat im Grunde wenig mit Bitten und Geld zu tun, sondern umso mehr mit dem Einladen zum gemeinsamen Handeln und Gestalten. Das Bitten ist eine Einladung zur Beziehung und zum Mitmachen, die Spende das Symbol, sich auf diese Einladung einzulassen und ein Stück gemeinsam zu gehen. Fundraising ist damit ein Organisationsprinzip von Zivilgesellschaft und ermöglicht, Unterstützer für die eigene Mission zu finden.

Hiermit sind die Themen umrissen, die in den nächsten Newslettern im Zentrum stehen werden. Haben Sie Fragen oder Interesse, Mission-based Fundraising in Ihrer Organisation umzusetzen – sprechen Sie mich gerne an.

 

Dr. Kai Fischer beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit der Frage, wie Organisationen, Stiftungen und Sozialunternehmen langfristig finanziert werden können. Hierfür hat er den Ansatz des Mission-based Fundraisings adaptiert und weiter entwickelt, den seine Kunden erfolgreich einsetzen.


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