4 Dinge, die Sie während der Corona-Krise in Angriff nehmen sollten

04. 2020
von Kai Fischer
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Die Corona-Krise stellt an uns alle neue Herausforderungen. Viele Dinge sind im Umbruch, müssen neu entwickelt und ausprobiert werden. Das ist deshalb eine gute Zeit, auch im Fundraising Dinge auszuprobieren und zu entwickeln. Nach den Erfahrungen, die wir bei uns und mit unseren Kunden machen gehören folgende Aspekte zu den wichtigsten Punkten, die in Angriff genommen werden sollten:

1. Die Digitalisierung vorantreiben

Im Moment werden viele Prozesse online abgewickelt. Wir machen Erfahrungen mit Webinaren und Online-Schulungen, treffen uns bei Slack zum Arbeiten und kommunizieren in der Freizeit mit Freunden, Eltern und Großeltern in Videokonferenzen. Dies verändert unsere analoge Welt in großer Geschwindigkeit.

Es ist deshalb eine gute Gelegenheit, auf diesen Zug aufzuspringen und die Digitalisierung der Kommunikation mit Ihren Förder/innen voranzutreiben. Denn im Moment probieren sich alle aus und wir wollen weiter kommunizieren und informiert sein. Dabei stehen folgende Dinge im Zentrum:

  • Aufbau eigener Verteiler
    Nutzen Sie den Wunsch der Förder/innen nach Information und Kommunikation und befriedigen Sie ihn über Ihre eigenen Verteiler. Sie haben dann die Kontrolle über die Kommunikation und können die Daten auswerten.
  • Nutzung von Webinaren und Videokonferenzen
    Wenn man sich nicht persönlich begegnen kann, werden Videokonferenzen wichtiger – auch in der Kommunikation mit Ihren Förder/innen. Jetzt ist eine gute Gelegenheit dies anzubieten und auszuprobieren – um langfristig eine neue, wenig aufwendige Form der Kommunikation nutzen zu können.
  • Erstellung von Videos
    Die meisten Menschen sind visuelle Typen und lieben bewegte Bilder. Wenn viele am Probieren sind, experimentieren Sie auch und fangen an, erste Videos zu drehen. Zeigen Sie doch mal, wie es im Moment bei Ihnen in den Projekten ausschaut.
  • Programmierung einer App
    Wer mutig und innovativ ist, kann auch eine eigene App einführen und die Kommunikation zu Förder/innen auf dem Handy intensivieren. Durch die Push-Technologie können sogar Meldungen auf dem Start-Bildschirm erscheinen, die die Aufmerksamkeit erhöhen.

2. Entwicklung des Mission-Statements

Wenn die Corona-Krise eines zeigt, dann dies: Förder/innen, die gut gebunden sind und eine langfristige Beziehung mit Ihnen aufgebaut haben, geben auch in einer Krisensituation und helfen Ihnen in so einer Situation. Deshalb sind langfristige Beziehungen im Fundraising so wichtig. Und die Basis langfristiger Beziehungen sind geteilte Werte und gemeinsame Ziele.

Ihr Mission-Statement ist die Basis aller Ihrer Beziehungen. Denn es beantwortet die Warum-Frage: Warum existiert Ihre Organisation? Oder: Warum wollen Sie etwas in dieser Welt verändern? Wenn Sie diese Frage tiefgehend beantworten, kommen Sie zu Wertaussagen und meistens zu den Beschreibungen, was verändert werden sollte. Hier beginnen alle Beziehungen. Die meisten Menschen werden Sie unterstützen und fördern, wenn Sie Ihre Sicht teilen und die Notwendigkeit einer Veränderung bejahen. Menschen, die sich auf dieser Ebene engagieren, werden sich langfristig mit Ihnen auf den Weg machen.

3. Formulieren Sie Ihre Fundraising-Strategie

Wenn es bei Ihnen ruhiger wird, dann ist eine gute Zeit, über die eigene Strategie nachzudenken und sie weiterzuentwickeln. Die Fundraising-Welt hat sich in den letzten Jahren weitergedreht. Wir sehen das in den zurückgehenden Zahlen der aktiven Spender/innen im Fundraising. In den letzten fünf Jahren haben wir jedes Jahr zwischen 800.000 und 1 Mio. Förder/innen in Deutschland verloren. Die Verbliebenen spenden zwar öfter, sodass dadurch die Rückgänge aufgefangen werden können. Aber die Basis wird immer schmaler und damit bröckelt die ökonomische Stabilität vieler Organisationen.

Jetzt ist eine gute Zeit, um innezuhalten und die Krise zu nutzen, um sich grundsätzlich Gedanken über das eigene Fundraising zu machen: Wer ist langfristig die „richtige“ Zielgruppe und sollte gewonnen werden? Wie kann diese Zielgruppe angesprochen werden und warum reagiert sie auf Spendenaufrufe? Wer heute Antworten auf diese Fragen erarbeitet, kann gestärkt aus der Krise starten und neue Einnahmequellen erschließen.

4. Analysieren Sie Ihre Daten

Schließlich stellt sich immer die Frage nach Ihren besten Förder/innen. Menschen geben unterschiedlich und sind unterschiedlich lange mit Ihnen unterwegs. Was zeichnet diejenigen aus, die Sie am längsten unterstützen? Wenn Sie dies wissen, können Sie besser über Ihre nächste Strategie entscheiden. Denn dann wissen Sie: Lohnt es sich, das Fundraising auf die Gruppe der besten Förder/innen zu konzentrieren oder ist es sinnvoller, neue Zielgruppen anzusprechen und zu gewinnen?

Eine systematische Analyse Ihrer Daten zeigt Ihnen auch, wie gut Ihre Kommunikation funktioniert und an welche Stellen Abbrüche stattfinden. Die Kommunikation mit Ihren Förder/innen zu optimieren, ist in den meisten Fällen der effizienteste und effektivste Weg zu höheren Einnahmen.

Fazit

Es klingt abgedroschen, ist aber trotzdem wahr: Jede Krise ist immer auch eine Chance. In einer Krise verändern sich Verhaltensweisen und viele Menschen sind im Moment am Experimentieren und machen neue Erfahrungen. Sie können deshalb diese Zeit gut nutzen, Ihr Fundraising weiterzuentwickeln. Wenn Sie hierbei Unterstützung benötigen, nehmen Sie gern Kontakt zu uns auf. Wir sind weiterhin erreichbar und entwickeln gerade mit unseren Kunden neue Formen der Beratung. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.

 

Eine nachhaltig finanzierte Zivilgesellschaft, die die Welt ein Stück besser macht und ohne Ausbeutung und Selbstausbeutung auskommt, ist die Mission von Dr. Kai Fischer. Deshalb beschäftigt er sich seit mehr als 20 Jahren mit dem Aufbau langfristiger Beziehungen zu Förder/innen und bietet hierfür Strategie-Beratungen, Inhouse-Workshops und Seminare an.

 

Ökonomie des Fundraisings

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In seinem aktuellen White Paper zeigt Dr. Fischer, warum es beim Erfolg vor allen Dingen auf die Retention-Rate ankommt. Schon geringe Erhöhungen der Wiederspende-Rate kann langfristig bis zu dreimal höheren kumulierten Überschüssen führen.

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