Warum mich die Mythen-Erzählungen im Fundraising stören
Im Fundraising wimmelt es von Mythen. Es sind Erzählungen, die einen wahren Kern haben, der verabsolutiert und dann in dieser Absolutheit falsch ist. Oder es sind schlicht Erzählungen, die intuitiv eingängig sind, aber keine sinnvolle empirische Basis haben oder widerlegt sind. Und manchmal werden Mythen geschaffen und erzählt, um Geschäfte machen zu können.
In jedem dieser Fälle werden Behauptungen aufgestellt und in Erzählungen verpackt, an die wir uns gewöhnen. Gefährlich wird es, wenn wir Mythen zur Basis unseres Fundraisings machen. Denn dann gehen Investitionen verloren und Kommunikation an Zielgruppen vorbei. Fundraising hat dann nicht die notwendige Komplexität, die neue Lösungen im Zeitenwandel erfordern. Damit gelingt es uns dann nicht, aus der Krise herauszukommen.
Notwendig ist meines Erachtens eine größere Differenziertheit in unseren Thesen und Aussagen – und die empirische Überprüfung unserer Glaubenssätze, mit denen wir uns gut eingerichtet haben. Um deutlich zu machen, wie viele Mythen im Fundraising erzählt werden, starte ich mit einer Reihe, die auf mindestens ein halbes Jahr angelegt ist: Jede Woche ein neuer Mythos, der so, wie er erzählt wird, nicht stimmt.
Wer es anders sieht, ist herzlich eingeladen, kritisch Stellung zu nehmen. Ich freue mich auf die Diskussionen.
Eine nachhaltig finanzierte Zivilgesellschaft, die die Welt ein Stück besser macht und ohne Ausbeutung und Selbstausbeutung auskommt, ist die Mission von Dr. Kai Fischer. Deshalb beschäftigt er sich seit mehr als 20 Jahren mit dem Aufbau langfristiger Beziehungen zu Förder/innen und bietet hierfür Strategie-Beratungen, Inhouse-Workshops und Seminare an.
Dr. Kai Fischer
Sprechen Sie mich gerne an, ich freue mich von Ihnen zu hören!
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