4 Fehler, die sie bei der Formulierung Ihres Mission Statements vermeiden sollten

Jede Nonprofit-Organisation braucht ein gutes Mission Statement. Schließlich ist es die Basis, um Menschen zu motivieren, Sie zu unterstützen. Deshalb gilt es diese häufig auftretenden Fehler zu vermeiden.

1. Sie beschreiben, was Sie wie machen, anstatt warum Sie es machen

Als Experten sind wir hier schnell bei der Sache: Wir erzählen Menschen, was wir machen und wie wir es machen. Hier sind wir zu Hause hier kennen uns aus. Und treffen wir auf andere Experten, dann gibt das durchaus spannende Diskussionen. Denn die haben durchaus andere Erfahrungen und Ideen und ein Austausch unter Experten wird meistens als fruchtbar erlebt.

Im Fundraising sprechen Sie jedoch in aller Regel mit Laien -  Ihre Förderer sind häufig auf ganz anderen Feldern Experten. Sie können Ihnen nicht folgen und verstehen daher nicht, wie man einen Fluss renaturiert oder wie man Kindern das Spielen eines Musikinstruments beibringt. Vielleicht sind sie höflich und hören Ihnen zu, aber sie können hier nicht mitdiskutieren.

Diskutieren Sie stattdessen die Warum-Frage, sind auf einmal auch Ihrer Förderer mit Ihnen im Gespräch. Denn bei der Begründung Ihres Engagements sind Sie nicht nur bei sich als Person, sondern Sie zeigen auch auf, warum es gerade hier und jetzt nötig ist, sich zu engagieren. Motivation und Emotionen neben Ihrem Engagement sind die Voraussetzungen zum Engagement Ihrer Förderer.

2. Sie haben eine internen, anstatt einen  externen Fokus

Es ist noch nicht so viele Jahre her – und wir erinnern und meistens mit Schrecken hieran – dass vielerorts Leitbilder formuliert wurden. Der Anspruch war ähnlich wie beim Mission Statement: Die jeweilige Organisation sollte sich auf ihre Werte beziehen. Was folgte war vielfach eine quälende Nabelschau auf der Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner – und in einigen Fällen blieb es am Ende bei dem Papier, auf welches das Leitbild gedruckt wurde.

Ein Mission Statement ist jedoch kein Leitbild -  auch wenn einige Ähnlichkeiten bestehen. Das Mission Statement ist nach außen gerichtet, andersn als beim nach innen orientierten Leitbild. Das Mission Statement fragt danach, warum die Organisation gegründet wurde oder warum sie heute noch aktiv ist (oder auch warum sich einzelne Menschen in der Organisation engagieren). Hier geht es eine einzige Frage: Warum gibt es Ihre Organisation bzw. welchen Beitrag liefert sie, die Gesellschaft ein Stückchen besser zu machen? Und nicht um alle Werte, die eine Organisation leben kann.

Übrigens: Einen internen Fokus erkennen Sie schnell am „Wir“, das häufig und von Ihnen völlig unbemerkt auch noch den Leser bwz. Ihren Förderer ausschließt, da er ja in der Regel nicht Mitglied der Organisation ist.

3. Ihr Mission Statement basiert auf einer negativen Folie

Wir haben alle irgendwann mal gelernt: Wir sollen positiv denken und uns auf die Ressourcen konzentrieren, die wir zur Verfügung stellen können. Diese positive Kraft ist durchaus wichtig, aber die Motivation speist sich leider aus etwas anderem: Fast alle Nonprofit-Organisationen wurden gegründet, um einen Missstand zu beseitigen. Irgendetwas hat jemand so stark gestört, dass er oder sie es nicht mehr ausgehalten hat und aktiv geworden ist – mit dem positiven Ziel der Beseitigung dieses Problems. Die Handlungsmotivation speist sich folglich aus dem Gefälle zwischen wahrgenommenen Missstand und der Vorstellung, wie es sein sollte: Probleme, die so dringend sind, dass sie gelöst werden müssen, sind der emotionale Antrieb, der dafür sorgt, dass wir uns in Bewegung setzen und uns engagieren. Deshalb verweisen fast alle guten Mission Statements auf die Probleme, die durch die jeweilige Organisation gelöst werden sollen und ziehen aus dieser negativen Folie ihre Legitimation und Motivation.

4. Die Warum-Frage wird zu allgemein anstatt  persönlich-emotional gestellt

Werden wir gefragt, warum wir uns engagieren, sind die meisten von uns schnell mit Abstraktionen und Schlagworten zur Hand, mit deren Hilfe wir diese Frage meistern. Allerdings sind viele dieser Schlagworte viel zu oberflächlich – und sie sind vielfach auch nicht der Grund sich zu engagieren.

Deshalb ist es notwendig, mit weiteren Warum-Fragen die Ebene der abstrakten, allgemeinen und ausweichenden Antworten zu durchbrechen.  Denn erst wenn Sie auf der emotionalen Ebene angelangt sind, werden Sie erfahren, warum sich jemand wirklich für Waisen engagiert. Vielleicht liegt ein Grund ja darin, weil er aus eigenem Verlust weiß, was Waisen durchmachen. Wenn es Ihnen gelingt diese Ebene, auf der Sie Motivation und Emotion berühren, zu erreichen, eröffnet sich der Raum für ein langfristiges Engagement. Und auf dieser Ebene fängt dann das Mission Statement an zu wirken.

Stephanie Harm & Dr. Kai Fischer

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