Bindung von Förder/innen in Krisenzeiten

Der Bindung von Förder/innen kommt gerade in Krisenzeiten eine große Bedeutung zu: Denn wenn es schwerer fällt, neue Spender/innen zu gewinnen, dann stellen die bisherigen Förder/innen die Basis dar, die das Überleben von Organisationen, Projekten und Programmen sicherstellt – unabhängig, ob es sich um Großspender/innen, Stiftungen oder viele Spender/innen mit kleineren Spenden handelt. Wer von Ihrer Organisation überzeugt ist und weiß, dass Sie eine für die Gesellschaft wichtige Arbeit machen, wird Sie auch während einer Krise weiter unterstützen. Das setzt allerdings voraus, dass Sie jetzt beginnen, systematisch mit Ihren Förder/innen und Unterstützer/innen zu kommunizieren. Denn sie wollen wissen, wie es mit den Projekten bzw. Programmen weitergeht.

Kontakt halten

Wichtig ist es jetzt, Kontakt zu halten. Melden Sie sich bei Ihren Förder/innen. Erzählen Sie, was in den letzten beiden Wochen passiert ist und wie es jetzt weitergeht. Förder/innen wollen beides wissen: Wie geht es den Menschen, mit denen sie kommunizieren und die in den Organisationen arbeiten. Erzählen Sie gern persönliche Geschichten. Das macht nicht nur sympathisch, sondern schafft die Nähe, die für vertrauensvolle Beziehungen zwingend notwendig sind.

Und Förder/innen wollen wissen, wie es in den Projekten und Programmen weitergeht. Sind sie auch vom Lock Down betroffen? Was passiert mit den Menschen und Tieren, die von der Organisation profitierten? Wie wird ihnen weiter geholfen?

An dieser Stelle ergeben sich Möglichkeiten, um Spenden zu bitten. Denn die besonderen Herausforderungen, vor denen viele Organisationen mit ihren Projekten stehen, bedeuten auch neue Lösungen, die gefunden werden müssen. Und für deren Umsetzung wird die Solidarität und Unterstützung der Förder/innen benötigt, die sich an der Umsetzung mit einer Spende beteiligen können – und damit einen Beitrag zur Lösung in der Krise leisten.

Fotos und Videos

Die Kommunikation muss nicht nur schriftlich erfolgen. Durch die gerade stattfindende Digitalisierung der Kommunikation, können Sie diese auch in Ihrer Kommunikation mit Ihren Förder/innen nutzen. Machen Sie gern Fotos mit Ihrem Handy und zeigen Sie, wie es bei Ihnen vor Ort aussieht. Sie die Gebäude leer? Werden Mahlzeiten oder die Versorgung von Menschen und Tieren von Ihren Mitarbeiter/innen oder Ehrenamtlichen in Schutzkleidung sichergestellt? Wo liegen im Moment die Herausforderungen?

In einer Krisensituation geht es weniger um Professionalität und Schönheit der Bilder. Es geht um Authentizität und die kann sich auch in einer geringeren Qualität der Bilder zeigen. Machen Sie Fotos und stellen Sie diese online. Dies kann eine gute Gelegenheit sein, dass Ihrer Förder/innen Ihre Website oder Ihr Facebook-Profil besuchen.

Denken Sie auch daran, dass Sie mit fast allen Handys kleine Videos filmen können. Jemand, der in die Kamera spricht, kann eine größere Wirkung haben als der professionell gedrehte Film. Darüber hinaus ist die Wirkung unmittelbarer: Wir wollen sehen, mit wem wir sprechen und zu wem wir Vertrauen aufbauen. Deshalb wirkt Video fast immer besser als ein geschriebener Text. Wenn Sie keine Filme herstellen wollen oder können, können sie auch Technologien für Webinare und Online-Meetings nutzen. Laden Sie Ihre Förder/innen doch mal zu einem Online-Gespräch ein.

Digitale Verteiler aufbauen

Wenn Sie es noch nicht haben: Jetzt ist eine sehr gute Gelegenheit, Ihre digitalen Verteiler aufzubauen. Bieten Sie regelmäßige Informationen an, die Förder/innen auf dem Laufenden halten. Das gelingt am einfachsten, wenn Sie hierfür digitale Kanäle wie einen eigenen Newsletter nutzen. Bauen Sie diese Formen der Kommunikation aus, denn langfristig werden Sie davon profitieren, wenn Sie schneller und mit geringeren Kosten kommunizieren können.

Denken Sie in diesem Zusammenhang auch an WhatsApp (wenn Ihr Datenschützer dies zulässt). WhatsApp ist der mit weitem Abstand am häufigsten genutzte Kommunikationskanal. Fast alle Deutschen nutzen WhatsApp in ihrer täglichen privaten und zum Teil auch beruflichen Kommunikation. Bieten Sie eine WhatsApp-Gruppe an, um Ihre Förder/innen mit aktuellen Informationen zu versorgen. Sie haben hier eine gute Möglichkeit, Kommunikationskanäle einzuführen, auf denen Sie persönlich mit Ihren Förder/innen kommunizieren zu können.

Briefe und Postkarten

Auch wenn sich die Digitalisierung im Moment stark entwickelt, haben auch die analogen Medien Ihre Bedeutung. Nehmen Sie Geschwindigkeit heraus und kommunizieren Sie auf den traditionellen Wegen. Ein Brief oder eine Postkarte zeigen Wertschätzung und Konstanz. Beides werden viele Förder/innen bei einer immer schneller werdenden Gesellschaft zu schätzen wissen.

Fazit

Unabhängig vom Kanal und Medium: In Zeiten einer Krise ist es wichtig, miteinander im Gespräch und Kontakt zu bleiben. Als soziale Wesen ist das für Menschen lebensnotwendig. Deshalb nutzen Sie die jetzige Zeit und bauen die Kommunikation mit Ihren Förder/innen aus. Sowohl kurz- als auch langfristig wird es sich auszahlen.

 

Eine nachhaltig finanzierte Zivilgesellschaft, die die Welt ein Stück besser macht und ohne Ausbeutung und Selbstausbeutung auskommt, ist die Mission von Dr. Kai Fischer. Deshalb beschäftigt er sich seit mehr als 20 Jahren mit dem Aufbau langfristiger Beziehungen zu Förder/innen und bietet hierfür Strategie-Beratungen, Inhouse-Workshops und Seminare an.

 

Stephanie Harm & Dr. Kai Fischer

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