Die Einführung von Fundraising als Projekt

Wenn Fundraising systematisch und effizient betrieben werden soll, dann sollte es auch genauso eingeführt werden: mit einem planvollen Prozess, der an einem Tag beginnt und nach einiger Zeit ergebnisreich endet. „Eigentlich hätten wir es uns denken können, dass wir dafür eine längere Zeit brauchen werden und dass wir gut überlegen müssen, wie wir die Strukturen hinkriegen“, resümierte ein Geschäftsführer ganz am Anfang einer Beratung. Sie standen mit ihrem Verein vor der Einführung eines systematischen Fundraisings und hatten gehofft, es in die Arbeitsaufgaben der Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit integrieren zu können.

Gründung einer Projektgruppe

Wenn also nicht die Öffentlichkeitsarbeits-Spezialistin das Fundraising übernehmen kann, wie soll es denn dann gehen? ‚Wenn Du nicht weiter weißt, dann gründe einen Arbeitskreis‘. Es ist günstig, die Einführung als Projekt zu organisieren. In dem angerissenen Fallbeispiel haben wir ein Arbeitstreffen der Erfindung des Projektes gewidmet: Wer soll in der Projektgruppe mitarbeiten? Wer soll außerdem wie eingebunden werden? Was ist eine kluge Schrittfolge für die Einführung? In welchem Turnus trifft sich die Gruppe? Sinnvoll ist es, bereits jetzt diejenigen zu beteiligen, die unmittelbar das Fundraising verantworten und umsetzen werden. So lernen sie von Anfang an in der Projektphase viel zum Thema und tragen später die Entscheidungen aller Wahrscheinlichkeit nach mit.

Am Ende des Projektes soll eine Konzeption stehen, welche Art von Fundraising verfolgt werden soll, welche Fundraising-Methoden angewandt werden und wie der Verein zu einer Fundraiserin oder Fundraiser kommt. Darin ist eingeschlossen, einen Weg zu finden, wie der Verein zu den zusätzlichen finanziellen Ressourcen gelangt. Das sind ein anspruchsvolles Projektziel und ein volles Programm mal so nebenher. Um den Faden zu halten, Ideen, Erfahrungen einzuspielen und damit Zeit zu sparen, wurden wir mit der Begleitung der Gruppe beauftragt.

Die Projektgruppe kommt ins Arbeiten

„Fundraiser sind doch die, die um Geld betteln. Ich will das nicht. Ich bin hier nur dabei, weil ich muss“, so eine Stimme aus den Reihen der Projektgruppe als wir die Teilnehmer fragten, welches Bild sie von Fundraising haben. Da war also einiges von der Gruppe zu leisten, um zu einem positiven und gemeinsamen Verständnis von Fundraising zu kommen. Zwei Mitarbeiterinnen aus unterschiedlichen Abteilungen, zwei BereichsleiterInnen aus Schlüsselbereichen, der Geschäftsführer und partiell die Vereinsvorsitzende rangen darum. Die Mitarbeiterin der Öffentlichkeitsarbeit war von Anfang an mit ihren Erfahrungen, den Verein draußen zu repräsentieren eine sehr wertvolle Stütze der Gruppe.

Die Besetzung der Projektgruppe sollte einen guten Querschnitt der Organisation abbilden. Gleichermaßen sollte sie nicht zu groß sein, um gut miteinander diskutieren und sich strukturieren zu können. Projektgruppen mit einem Leiter / Leiterin haben es meist leichter, konsequent an einem Plan zu arbeiten und vorwärts zu gehen. Den Vorstand eng einzubinden ist in jedem Fall von Vorteil, auf ihn kommen ja Entscheidungen und Aufgaben zu.

Stück für Stück

Am Anfang stehen Analysen an: Wer spendet wie viel? Wie kommen sie auf uns? Aber nicht nur der Blick zurück ist wertvoll, sondern auch die Frage: Wofür wollen wir in Zukunft Spenden einwerben? Diese Frage hat die Entscheidung mit im Schlepptau, ob für einzelne Projekte oder für die Organisation als Ganzes geworben werden soll. In jedem Fall lohnt es sich, eine Mission zu erarbeiten, die allen nach innen und außen klar macht, wofür die Organisation steht und welchen gesellschaftlichen Impact sie erreichen möchte.

Das war einer unserer ersten Schritte im Projekt. Der Vorsitzende des Vereins war ganz beeindruckt nach dem Workshop, weil er meinte: So hätte er seine Organisation noch nie gesehen. Welchen Beitrag der Verein für den gesamten Stadtteil leistet, fiel ihm erst bei der Erarbeitung der Mission auf.

Im Zuge der Analyse wurde in unserem Beispiel die Spenderdatei überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht.

Am Ende steht das Konzept

Für eine Zeit wird die ehemalige Vorsitzende des Vereins und der Geschäftsführer das Großspendenfundraising aufbauen. Für kleinere Spenden wird ein Anlassspenden-Tool entwickelt, das im Wesentlichen die freiwilligen Mitarbeiter in die Welt tragen. So ist der Stand in unserem Projekt bisher.

Nun geht es los!

Im Beispiel wird das Jahr 2016 wird im Zeichen von Fundraising stehen. Geplant haben wir jetzt schon, mit welchem Kick off es eingeleitet werden soll. Ein prägnanter Start, der allen Mitarbeitenden zeigt, nun geht es los, ist immens wichtig. Denn ansonsten ist es wie ein Fußballspiel ohne Anpfiff. Was dort passiert, können Sie sich denken…

 

Als systemische Beraterin ist Katrin Jutzi bei Mission-Based Consulting für die Einführungsprojekte und Begleitungen von Führungskräften und Projektgruppen und –leitungen zuständig. Sie moderiert Gruppenprozesse, unterstützt Organisationsentwicklungen, begleitet bei Entscheidungen und passt auf, dass Organisationen und Unternehmen bei den vielen Fallstricken nicht ins Straucheln kommen.

 

Stephanie Harm & Dr. Kai Fischer

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