Entscheidungen bauen Organisationen

Führungskräfte tragen viele Rollen und erfüllen zahlreiche Führungsfunktionen. Sie planen, organisieren, motivieren, erklären, delegieren, stoßen Entwicklungen an und verfolgen später deren Richtungen u.v.a.m. Die Königsdisziplin und diejenige, die alle Funktionen durchwirkt, ist es, Entscheidungen zu treffen. Entscheiden ist Dreh- und Angelpunkt dessen, was Führung im Kern ausmacht und die die Organisation auf längere Sicht gestaltet. Doch was heißt das z.B. für die Einführung neuen Projekts oder gar eines neuen Geschäftsfeldes?

Entscheidungen schaffen Tatsachen und verändern die Organisation

Im Ergebnis von Entscheidungen wird eine Wahl für etwas getroffen, die zugleich mindestens eine Abwahl im Schlepptau hat. Als Beispiel einer Entscheidung: Machen wir ein Projekt zu speziellen Trainings für straffällige Jugendliche, weil es dort eine Anschubfinanzierung gibt? Mit einem Ja stellt sich die Organisation einem neuen Thema und löst – manchmal unbewusst – einige gravierende Entwicklungen aus: Wissen wird angehäuft, Arbeitsgruppen stecken die Köpfe zusammen, Teams entdecken sich neu, thematische Vernetzungen nach Außen vertiefen sich. Im Diskurs über die neuen Tatsachen verfestigt sich das Neue auf einer kollektiven Ebene.

Im Falle eines Neins bleibt die Organisation in ihren gewohnten inhaltlichen Bahnen und Abläufen sowie Routinen. Dennoch: der Anlass, der den Impuls angestoßen hat auf ein neues Thema zuzugehen, könnte dennoch bestehen bleiben und wird evtl. die Organisation später wieder beschäftigen. Besonders wenn es um finanzielle Mittel geht, ist die Verlockung groß und wird immer wieder sichtbar werden.

Entscheidungen ziehen Entscheidungen nach sich

Die gewählte Variante (Trainings für straffällige Jugendliche…) gibt eine Richtung vor, die für die Organisation eine Bindung bedeutet. Die Zukunft verliert ihre Beliebigkeit: Andere potentielle Arbeitsfelder werden nicht mehr verfolgt.

Ganz wesentlich sind die Nachfolgeentscheidungen. Sie sind am schwersten im Vorfeld abzusehen. Doch genau dieser Blick in die Zukunft ist wesentlich, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

Dafür laufen die Nachfolgeentscheidungen auf Hochtouren: Der Projektmittelantrag wird geschrieben, ein Raum wird hergerichtet, aus der Projektgruppe kristallisieren sich heraus, wer für das neue Team ins Auge gefasst wird, Arbeit wird neu verteilt und die Aufstockung einer Stelle durchgerechnet. Mit der Zeit entsteht eine Bindung, die nicht so leicht wieder aufzulösen ist. Die Ursprungsentscheidung vervielfacht sich und beginnt sich in Strukturen auszudrücken. Damit stellt sich auch die Frage nach der Dauer des Projekts: Was macht die Organisation, wenn die Fördermittel auslaufen?  Wie können die neuen funktionsfähigen Strukturen gehalten und ggf. sogar noch weiter ausgebaut werden?

Entscheidungen produzieren Unterschiede

Mit den neuen Strukturen spielt sich Zusammenarbeit ein. Erfolgreich eingerichtete Zusammenarbeit erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie genau gleich wiederholt wird. Unsicherheit macht neuer Verlässlichkeit Platz. Für die beteiligten Mitarbeiter entstehen neue Selbstverständlichkeiten - im Handeln, Denken und Beurteilen.

Ist das für alle so? Nicht alle Mitarbeiter sind am neuen Thema beteiligt. Verstehen sie, warum das neue Thema, das Projekt gestartet wurde? Ist für sie z.B. klar, warum angesichts der begrenzten Förderung der Geschäftsführer über die Etablierung von Fundraising-Strukturen nachdenkt? Wird deutlich kommuniziert, welche Bedeutung ein neu entstehender Bereich für die gesamte Organisation und für die anderen Bereiche hat? Es entstehen Unterschiede. Die Führung tut gut darin, sich um Brücken über die Unterschiedlichkeiten zu kümmern.

Entscheidungen fragen Verantwortung an

Neue Rechte und Pflichten werden festgelegt und damit verbunden Antworten gesucht, wo welche Entscheidungen getroffen werden und warum die Vergabe von Entscheidungen so erfolgen soll. Evtl. entsteht sogar ein neues Führungsgefüge. Die neu eingerichteten Strukturen beginnen Erfahrungen zu produzieren.
In den angesprochenen Aspekten schimmert durch, wie machtvoll ein Ja ist.

Zurück zum Titel „Entscheidungen bauen Organisationen“. Entscheidungen werden in der Gegenwart für die Zukunft getroffen. Doch genau dieser Blick in die Zukunft ist wesentlich, um überhaupt eine fundierte Entscheidung treffen zu können. Hier ist unter anderem ein präziser Businessplan nützlich. Doch auch der Blick auf die Mission ist hilfreich. Die Mission einer Organisation kann Entscheidungen nicht abnehmen und es gibt wenige Entscheidungssituation, auf die ein Mission-Statement direkt antwortet. Mit den Mitarbeitern die Mission zu erinnern bzw. zu aktualisieren anhand einschneidender Entscheidungssituationen kann die Brücken bauen, die notwendig sind, um wieder zu einem organischen Zusammenhang zurückzufinden.

Stephanie Harm & Dr. Kai Fischer

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