Fünf Möglichkeiten, Ihr Fundraising weiter zu entwickeln

Fundraising-Potenzial in Deutschland

International vergleichende Studien findet man im Fundraising selten. Deshalb ist es besonders verdienstvoll, dass die US-Firma Blackbaud eine entsprechende publiziert hat. Dabei beteiligten sich 70 deutsche Organisationen nach einem Aufruf des Deutschen Fundraising Verbands, die einen Fragebogen im Internet ausgefüllt haben. Diese zeigt deutlich, wo im deutschen Fundraising das größte Potenzial besteht:

Payroll-Giving

Im internationalen Vergleich spielt das Payroll-Giving in Deutschland eine extrem geringe Rolle. Die Möglichkeit, Unternehmen bzw. deren Beschäftigte zu finden, die regelmäßig einen geringen Teil ihres Einkommens spenden, ist in Deutschland bisher kaum ausgeprägt – ganz im Gegensatz zu anderen Ländern.

Payroll-Giving ist dabei die Methode mit dem Kleinvieh, welches bekanntlich auch Mist macht. Wenn viele Mitarbeiter/innen in einem Unternehmen einen kleinen Betrag spenden, dann kommt am Ende des Jahres auch ein größerer Betrag heraus. Warum nutzen wir dieses Potenzial nicht besser? In anderen, vergleichbaren Ländern wird diese Methode sehr viel häufiger genutzt und Projekte und Programme finanziert.

Steigerung der Effizienz der eigenen Website

Online-Fundraising spielt in der Untersuchung von Blackbaud eine große Rolle. Was nicht verwunderlich ist, wenn die Ergebnisse auf einer Online-Befragung beruhen. Entsprechend wichtig wird auch Online-Fundraising eingeschätzt. Besonders auffällig ist: Die Effizienz der eigenen Website wird von deutschen Organisationen als eher gering eingeschätzt – im Gegensatz zu fast allen anderen Organisationen.

Interessanterweise wird Online-Fundraising als eines der primären Ziele der Websites deutscher Organisationen genannt. Wenn die Effizienz jedoch als gering eingeschätzt wird, liegt hier ein großes Potenzial, welches genutzt werden kann. Denn in den anderen Ländern wird die Effizienz der Websites deutlich höher eingeschätzt.

Datenintegration

Für alle Länder gilt: Alle Förderer-Daten in einer Datenbank zu halten, ist immer noch eine Herausforderung, die zu erledigen ist – zehn Jahre nachdem wir angefangen haben, über integrierte Kommunikation und Multi-Channel-Fundraising zu diskutieren.

Wird Kommunikation komplexer, dann reicht es nicht mehr aus, nur die schriftliche Kommunikation in der Datenbank abzubilden. Auch über alle anderen Kanäle muss Kommunikation angestoßen und Response abgebildet werden können. Auch wenn das inhaltlich nichts Neues ist: Die Umsetzung gestaltet sich schwierig, hat doch jeder Kanal seine (technischen) Besonderheiten. Aber es ist an der Zeit, dass Fundraiser das technische Equipment zu einem überschaubaren Preis endlich zur Verfügung haben.

Die Bedeutung von E-Mail im Fundraising wächst

Erstmals gilt für alle Länder: E-Mail ist der entscheidende Treiber, wenn es darum geht, Förderer und Unterstützer auf die Website zu bringen. Die Bedeutung von Direct Mail hat hier abgenommen.

Sowohl Erfahrungen in Deutschland und den anderen Ländern zeigen: Wer immer noch kein effektives und effizientes E-Mail-Fundraising aufgebaut hat, sollte sofort damit anfangen. Das Potenzial von E-Mail als der entscheidende Treiber im Online-Fundraising ist nicht zu unterschätzen und übersteigt immer noch das Potenzial von Social-Network-Sites, wie die Erfahrungen aus dem letzten US-Wahlkampf zeigen.

Einbezug der eigenen Unterstützer

Anlass-Spenden bekommen, die eigenen Unterstützer befähigen, in Ihren Netzwerken für Ihre Organisation zu werben; das ist ein Potenzial, welches auch in Deutschland noch deutlich ausgebaut werden kann. Andere Ländern, insbesondere die USA, sind hier schon einen Schritt weiter.

Hierfür bedarf es allerdings noch gezielter Planungen und Erfahrungen in der Umsetzung. Unterstützer, die im Fundraising aktiv sind, müssen anders gebunden und betreut werden als alle anderen Spender. Dieses Potenzial zu erschließen und die verschiedenen Aktivitäten zu koordinieren, ist eine wichtige Herausforderung.

Fazit

Der internationale Vergleich zeigt: Auch wenn die meisten Umsätze immer noch über Direct Mail erzielt werden, wird in Zukunft das Fundraising zu erweitern sein. Bei allen hier vorgestellten Potenzialen müssen Förderer und Unterstützer persönlicher angesprochen und gebunden werden. Dann besteht die große Chance, dass Deutschland Platz 18 im World Giving Index verlassen und zur Spitze aufrücken kann. Es bleibt in den nächsten Jahren noch eine Menge zu tun.

Stephanie Harm & Dr. Kai Fischer

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