Fünf Schritte zum zinslosen Kredit

Es muss ja nicht immer eine Spende sein. In einigen Fällen ist Organisationen auch mit einem Kredit geholfen. Wie können Sie einen zinslosen Kredit einwerben?

1. Eignet sich Ihr Projekt für eine Kreditfinanzierung?

Im ersten Schritt geht es zunächst einmal um eine grundsätzliche Prüfung Ihres Projekts. Denn nicht jedes Projekt eignet sich gleichermaßen für eine Kreditfinanzierung. Da der Kreditgeber sein Kapital zurückerhalten will – dies ist der Unterschied zu einer Spende – muss Ihr Projekt einen Gewinn abwerfen, der zur Zurückzahlung des Kredits genutzt werden kann.

Zinslose Kredite eignen sich am besten für alle Projekte, die ein größeres Investment haben und die langfristig kalkulierbare Umsätze liefern. Bauprojekte für Sporthallen, Häuser für Rollstuhlfahrer und anderes sind hier an erster Stelle zu nennen. Sind sie gebaut und werden die regelmäßig genutzt, werden Einnahmen erzielt, mit deren Hilfe der Kredit getilgt werden kann.

2. Entwickeln Sie Ihren überzeugenden Case for Support

Menschen, die Ihnen Kapital anvertrauen, wollen natürlich wissen, ob sie ihr Geld auch zurückerhalten können. Und sie wollen sicher sein, dass mit den gespendeten Zinsen Gutes getan wird. Hierfür benötigen Sie Ihren Case for Support. In diesem erzählen Sie die Geschichte, was Sie machen wollen, wie das Kapital hilft und erklären auch die technischen Details des Kredit-Geschäfts.

Der Case – häufig in Form einer Broschüre aufgesetzt – bildet die Grundlage für die Entscheidung des Kreditgebers. Er oder sie wird emotional angesprochen und auch alle Details zum Besprechen mit dem Finanzberater gehören hier hinein. Beantworten Sie möglichst viele Fragen schon im Vorwege. Machen Sie es Ihren Kreditgebern einfach, sich zu entscheiden und Ihnen zu helfen, Gutes zu tun.

3. Klären Sie die rechtlichen Details

Bereiten Sie mit Ihrem Rechtsanwalt einen Darlehensvertrag vor. Dieser bildet die Basis für den Kredit und gibt Ihnen und dem Kreditgeber die notwendige Sicherheit und Rechtsklarheit. Klären Sie, auf welches Konto der Kredit gezahlt wird genauso wie die Möglichkeit, den Kreditvertrag zu kündigen.

4. Machen Sie auf die Möglichkeit eines Kredits aufmerksam

Sie erhalten nur dann einen zinslosen Kredit, wenn Ihre Förderer wissen, dass diese Möglichkeit der Unterstützung besteht. Nutzen Sie alle Möglichkeiten, auf diese Form der Förderung hinzuweisen – auf Ihrer Website genauso wie im Flyer und der Vereinszeitschrift. Besonders eindrucksvoll ist ein Statement eines Kreditgebers zu seinen Motiven.

Berücksichtigen Sie in Ihrer Kommunikation auch den besonderen Nutzen für die Kreditgeber: Sie behalten ihr Kapital, stellen es Ihnen nur für einen gewissen Zeitraum zur Verfügung. Sie nutzen den Kredit als Hebel: Schaffen heute schon mit Hilfe des Kredits Möglichkeiten, die sich langfristig auszahlen – sowohl finanziell als auch für Menschen oder Tiere.

5. Schließen Sie den Kreditvertrag ab

Auch beim Werben um Kredite gilt: Die persönliche Ansprache führt am ehesten zum Erfolg. Sprechen Sie mit Interessenten möglichst persönlich. Vielfach wollen sie sehen, wem sie ihr Geld anvertrauen. Nutzen Sie ihrerseits die Gespräche, um etwas über die Motive Ihrer Kreditgeber zu erfahren. Und machen Sie schließlich ein für Ihre Kreditgeber unschlagbares Angebot. Am Ende steht die Unterschrift und die Überweisung des Kredits auf das Konto Ihrer Organisation.

Jeder Kredit ist erst der Anfang

Wie immer im Fundraising: Haben Sie einen Kredit erhalten, beginnt erst die eigentliche Arbeit. Kommunizieren Sie regelmäßig mit Ihren Kreditgebern – genauso wie mit Ihren anderen Förderern. Binden Sie sie in das unterstützte Projekt ein, zeigen Sie wie etwas Gutes entsteht. Je besser Sie die Bindung aufbauen, desto langfristiger wird die Unterstützung.

Und am Ende der Kreditlaufzeit kommt die Stunde der Wahrheit: Wird Ihnen der Kreditbeitrag für ein weiteres Projekt noch einmal zur Verfügung gestellt? Vielleicht waren Sie aber auch so erfolgreich im Beziehungsaufbau, dass der gesamte Betrag oder ein Teil hiervon Ihnen als Spende für die Arbeit Ihrer Organisation überlassen wird.

Stephanie Harm & Dr. Kai Fischer

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