3 Gründe, warum Ihr Mission-Statement während der Corona-Krise besonders wichtig ist

Das Mission-Statement ist die schriftliche Beantwortung der Warum-Frage: Warum existiert Ihre Organisation? Welche Herausforderung soll gelöst werden und warum ist dies wichtig?

Schon in normalen Zeiten ist das Mission-Statement ein unverzichtbares Hilfsmittel. Es steht immer am Anfang der Kommunikation und hilft, die Basis für langfristige Beziehungen zu schaffen. Ohne ein klares Mission-Statement zu haben, wird es schwierig, tragfähige Beziehungen aufzubauen.

Beantworten Sie die Frage nach dem WARUM – unter Umständen auch durch mehrmaliges Nachfragen - kommen Sie zu den tiefliegenden Werten hinter Ihrer Organisation, Stiftung oder Sozialunternehmen. In der Regel tritt hier eine Diskrepanz zwischen wichtigen Werten und einer Situation, in denen diese Werte verletzt werden, auf. Je stärker diese Diskrepanz ist – also je wichtiger der Wert ist und je stärker die Verletzung der Werte wahrgenommen wird –, desto eher setzen sich Menschen in Bewegung und unterstützen Ihre Organisation. Die gemeinsamen Werte bilden also die Basis dieser Beziehungen.

In Krisen-Situationen, wie wir sie jetzt erleben, spielt das Mission-Statement nun eine besondere Rolle. Denn es schafft auf mehreren Ebenen Orientierung und hilft, die Organisation auf Kurs zu halten:

1. Die Orientierung für die Förder/innen: Warum es wichtig ist, Sie auch in schwierigen Zeiten weiter zu unterstützen

Auch wenn davon im Moment noch nicht allzu viel zu merken ist: Wir stehen vor einer tiefen Rezession. Die Wirtschaft wird schrumpfen und damit auch die verfügbaren Einkommen – trotz der vielen Milliarden, die der Staat gerade in die Wirtschaft pumpt. Wenn Einkommen sinken, stehen alle Förder/innen vor der Frage, ob und wenn ja, welche Projekte sie weiter fördern wollen.

Bei dieser Entscheidung spielt Ihr Mission-Statement eine entscheidende Rolle: Je stärker die gemeinsamen Werte und geteilten Ziele sind, desto schwerer wird es ihnen fallen, sich für andere Organisationen entscheiden. Denn eine gemeinsame emotionale und normative Basis ist eine gute Voraussetzung, dass Sie weiterhin unterstützt werden. Die Herausforderung bzw. das Problem verschwindet in der Regel nicht, nur weil es eine Krise gibt. Vielmehr werden sich vermutlich eine Reihe von Problemen und Herausforderungen eher verschärfen. Deshalb wird Ihre Organisation – und damit die Unterstützung Ihrer Projekte – umso dringender benötigt.

2. Die Motivation der Mitarbeiter/innen und Ehrenamtlichen: Warum es notwendig ist, auch neue Wege zu finden und zu beschreiten

Während einer Krise, wie wir sie im Moment erleben, sind einige der üblichen Wege, wie Unterstützung geleistet wird, nicht mehr möglich. Durch Kontaktbeschränkungen fallen persönliche Kontakte aus, das öffentliche Leben ruht. Trotzdem verschwinden viele der sozialen Probleme nicht. Einige verschärfen sich.

In so einer Situation wird es wichtig, neue Wege zu finden und eventuell auch völlig neue Wege zu entdecken und auszuprobieren. Einige funktionieren erstaunlich gut, andere sind eher weniger praktikabel.

Die Motivation sich auf diese neuen Wege einzulassen, manchmal auch in erstaunlich kurzer Zeit vollkommen neue Kompetenzen anzueignen, speist sich aus der Mission. Denn hierin ist festgehalten, warum es wichtig ist, Ihre Projekte umzusetzen. Hieraus entspringt die Emotion und Motivation für die tägliche Arbeit – und auch für das Suchen und Beschreiten neuer Wege, wenn die bisherigen verstellt sind. Vorgesetzte, Geschäftsführungen und Vorstände sind von neuen Wegen einfacher zu überzeugen, denn auch sie wollen, dass Ihre Organisation weiter einen positiven Impact auf die Gesellschaft hat.

Die strategische Orientierung des Managements: Wie in einer Krise der Kurs gehalten werden kann

Gerade in einer Krisen-Situation, wenn nicht mehr alle Projekte und Programme ausreichend finanziert oder wenn einzelne Projekte nicht mehr in gewohnter Weise umgesetzt werden können, stellt sich die Frage, wie der zukünftige Kurs bestimmt wird: Welche Projekte und Programme müssen eventuell aussetzen oder ganz eingestellt werden? Wo besteht ein Bedarf für ein zusätzliches Investment? Gibt es Möglichkeiten, zusätzliche Ressourcen aktivieren zu können?

Das sind einige der Fragen, die in der kommenden Rezession einige Geschäftsführungen und Vorstände beschäftigen werden. Gerade wenn eine Organisation breit aufgestellt ist, stellen sich diese Fragen umso dringender. Hilfe bei den anstehenden Entscheidungen verspricht das Mission-Statement: Es gibt eine klare Linie, was wichtig ist und was weniger.

Projekte und Programme, die den größten Beitrag zur Erfüllung der Mission leisten, sind essenziell. Sie zu schützen und eventuell neu aufzustellen, ist wichtig, um auch in Zukunft die Mission erfüllen zu können. Deshalb sind sie mit einer größeren Priorität zu finanzieren.

Andere Projekte und Programme, die nur einen geringen oder auch gar keinen Beitrag zur Erfüllung der Mission leisten, sind hingegen weniger wichtig und können deshalb auch eher eingestellt werden. Das ist für die Betroffenen – Mitarbeitende und Leistungsempfänger – unter Umständen hart, aber manchmal zum Schutz der gesamten Organisation und insbesondere, um die Mission nicht zu gefährden, notwendig.

Fazit

Das Mission-Statement hat nicht nur eine Funktion im Fundraising. Seine Wirkung liegt viel tiefer, es umfasst fast alle Aspekte einer Organisation, Stiftung bzw. Sozialunternehmen. Das ist in guten, prosperierenden Zeiten nicht so deutlich, wird in einer Krise aber schnell fundamental. Deshalb ist es wichtig, sein Mission-Statement klar formuliert zu haben.

Damit anzufangen ist nie zu spät. Wollen Sie Ihr Mission-Statement klären und schärfen? Dann sprechen Sie uns gerne an. Wir arbeiten auch in der Krise mit Ihnen zusammen.

 

Eine nachhaltig finanzierte Zivilgesellschaft, die die Welt ein Stück besser macht und ohne Ausbeutung und Selbstausbeutung auskommt, ist die Mission von Dr. Kai Fischer. Deshalb beschäftigt er sich seit mehr als 20 Jahren mit dem Aufbau langfristiger Beziehungen zu Förder/innen und bietet hierfür Strategie-Beratungen, Inhouse-Workshops und Seminare an.

 

Stephanie Harm & Dr. Kai Fischer

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