3 schlechte und 9 gute Tipps, wenn der Chef nicht zuhört

Die Kampagne ist geplant. Für den ersten Umsetzungsschritt steht eine maßgebliche Entscheidung an. Die kann nur der Geschäftsführer treffen. Dazu muss er mehr Informationen und Fakten bekommen. Auch muss er für das Gespräch in der Stadtverwaltung gebrieft werden. Dort wäre Gelegenheit mit Herrn X von vom Bauamt Kontakt aufzunehmen, der die Baugenehmigung auf dem Tisch hat.

Aber: Sie sind entmutig, ein Gespräch anzuberaumen, weil Sie bereits seit langer Zeit beobachten, wie Ihnen Ihr Chef nicht wirklich zuhört. Oder Sie hatten noch im Gespräch das Gefühl, Ihnen wurde zugehört, doch zwei Tage später hat er eine Entscheidung getroffen, die genau das Gegenteil Ihrer gemeinsamen Absprachen bedeutete. Was also tun, wenn der Chef nicht zuhört?

3 hochwirksame aber leider nicht nachhaltige Tipps:

1. James Bond – Methode

Bond würde die Pistole aus dem Jackett ziehen und sagen: Jetzt hörst Du mir mal ZU! Dahinter steckt das Spiel mit Machtinstrumenten: wer die Pistole in der Hand hat, hat die Macht. So lange dem Bedrohten sein Leben lieb ist, wird er zum Kooperieren gezwungen sein.

Was wäre Ihre Pistole? Vielleicht die Androhung, dass Sie sich aus dem Projekt zurückziehen? Auch hier eröffnet sich ein Machtgefälle. Ihr Chef dürfte daran interessiert sein, dass Sie Ihr Amt als Compaigner nicht niederlegen. Er hat alle möglichen Verträge unterschrieben, damit das Projekt nun auf die Schiene kommt.

Wirkung: Diese Strategie hat ein schnelles Verfallsdatum und sie beeinträchtigt mit hoher Wahrscheinlichkeit für lange Zeit die Beziehung zu Ihrem Chef.

 

2. „Rede nicht mit Hänschen, sondern mit Hans.“

Wenn der unmittelbare Chef den Wert eines ausschichtsreichen Geschäfts nicht erkennt und nichts unternimmt, könnte der übergeordnete Chef ein Unterstützer werden.

Das würde etwa im Beispiel bedeuten: Wenn Ihr Chef Ihnen nicht zuhört, um das Projekt einen Schritt nach vorne zu bringen, dann holen Sie sich die Entscheidung vom Vorstand. Hier übergehen Sie schlichtweg Ihren Chef. Damit handeln Sie schnell und entschlossen, sprengen aber zugleich den gesteckten Entscheidungsweg und –rahmen.

Wirkung: Es könnte schnell passieren, dass Ihr Chef Sie endlich aber irritiert zum Gespräch bittet. Bleibt abzuwarten, in welche Dynamik Sie sich und Ihren Chef gebracht haben und welche Folgen daraus erwachsen.

 

3. Bumerang-Technik oder „Wie Du mir, so ich Dir!“

Vielleicht wie Michel Douglas im Film „Rosenkrieg“ zu seiner Filmfrau Barbara sagt: „Wenn Du Dich scheiden lässt, nehme ich Dir das Haus weg.“

Im Arbeitsalltag: Bei nächster Gelegenheit, wenn Ihr Chef Zahlen zugearbeitet bekommen möchte, setzen sie diese Bitte an die Stelle „Sonstige zu bearbeitende Themen“ und spielen auf Zeit, geben ausweichende Auskünfte … Die Folge davon können Sie sich denken.

Wirkung Es könnte sein, Ihr Chef kann überhaupt nicht interpretieren, warum Sie plötzlich auf der Bremse stehen und ihr Verhältnis gestaltet sich in der Folge immer rätselhafter.

 

Und nun die aussichtsreicheren Tipps:

  1. Passfähigkeit: Unterscheiden Sie klar, welche Themen sich für welchen Rahmen eignen:

    - was kann zwischen Tür und Angel,
    - was in der normalen Arbeitsberatung besprochen werden und
    - zu welchen Themen müssen Sie ein eigenes Arbeitsgespräch verabreden?

  2. Aufmerksamkeit: Bereiten Sie wichtige Gespräche gut vor: Sagen oder schreiben Sie bereits in der Vorankündigung etwa bei der Terminabsprache:

    - worum es geht,
    - was ein möglichen Gesprächsergebnis sein sollte
    - welchen zeitlichen Rahmen Sie für das Anliegen brauchen.

  3. Anschluss herstellen: Arbeiten Sie ein kleines Handout aus. Übersichtlich, kurz und prägnant sind die wichtigsten Fakten sowie die Alternativen mit Argumenten aufgeführt. Halten Sie sich bewusst, dass Ihr Chef nicht so gut im Thema steht wie Sie.
     
  4. Einordung: Beim Gespräch selbst beginnen Sie damit, warum das Gespräch eine wichtige Bedeutung hat. Erklären Sie die Bedeutung für das Projekt, dessen Prozess und für Ihre Arbeit.
     
  5. Dialog: Stellen Sie Fragen. Halten Sie keinen monologischen Vortrag, sondern fragen Sie zwischendurch, ob es verständlich ist, ob er noch etwas anders braucht z. B. um eine Entscheidung treffen zu können, fragen Sie nach Meinung, Bedenken, Hinweisen oder was es zu beachten gilt.
     
  6. Feedback: Geben Sie Rückmeldungen, wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Chef ist mit den Gedanken ganz woanders gelandet. Gehen Sie auf die Metaebene und drücken Sie ihre Beobachtung elegant als Ich-Botschaft aus: „Ich habe den Eindruck, Sie hören mir nicht wirklich zu.“ Es wirkt im Moment auf mich so, als würde Sie mein Anliegen nicht interessieren.“
     
  7. Bitte: Formulieren Sie klar, was Sie brauchen: eine Entscheidung, eine weitere Meinung, einen Vorgehensvorschlag, eine Rückversicherung … Erinnern Sie an die Rolle, die der Chef im Rahmen des Projekts oder für Ihre Arbeit hat.
     
  8. Transparenz: Fassen Sie das Gespräch bzw. die Ergebnisse zusammen.
     
  9. Vereinbarung: Manchmal lohnt sich ein Kurzprotokoll im Nachgang zu schicken, was die wichtigsten Punkte, Entscheidungen und Verabredungen enthält.


Vielleicht haben Sie alles oder Ähnliches bereits ausprobiert. Vielleicht stecken Sie in einer schwierigeren Situation, die damit nicht zu behandeln ist. Manchmal bringt eine Einzelberatung dafür neue hilfreiche Ideen: Mit dem Ehemann, einer Freundin oder einem Profi…

PS: In der nächsten Ausgaben können Sie lesen: "Was tun, wenn der Mitarbeiter nicht zuhört?"

Stephanie Harm & Dr. Kai Fischer

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