5 Schritte zu einer erfolgreichen Nonprofit-Strategie

Erfolgreiche Nonprofit-Organisationen haben eine Strategie, die sie fünf und mehr Jahre durchhalten – manchmal an neue Entwicklungen anpassen, aber die Grundzüge bleiben stabil. Das hat einen guten Grund: Es dauert manchmal mehrere Jahren bis Erfolge sich einstellen und es hilft, alle Prozesse innerhalb Ihrer Organisation zu steuern und zu evaluieren.

Wie kommen Sie zu Ihrer Strategie?

Strategien von Nonprofit-Organisationen sind komplexer als bei vielen Wirtschaftsunternehmen, müssen doch Inhalte und deren Finanzierung zusammengedacht und aufeinander abgestimmt werden – obwohl es sich um getrennte Prozesse handelt.

Der erste Schritt: Was ist Ihr sozialer Impact?

Alle Nonprofit-Organisationen sind von ihrer Mission getrieben. Und bei der Mission dreht sich am Ende alles um eine Frage: Was wollen Sie in der Welt ändern? Welchen Unterschied wollen Sie und Ihre Organisation in der Welt machen. Was soll am Ende erreicht werden.

Damit stehen Mission und Impact im Zentrum Ihrer Strategie. Die gesellschaftliche Veränderung zählt, nicht die Leistungen, die Sie erbringen. Mit anderen Worten: Im Bildungsprojekt geht es um gemachte Erfahrungen und den Wunsch später einmal Unternehmer zu werden, nicht um die Anzahl der Schüler, die durch die Maßnahme laufen.

Der zweite Schritt: Wie erreichen Sie Ihren Impact?

Jetzt wird es konkreter, denn wir kommen zu den Maßnahmen. Hier dürften Sie sich als Experte oder Expertin zu Hause fühlen: Welche Projekte und Programme legen Sie auf, um Ihren Impact zu erreichen? Und wie stellen Sie sicher, dass auch der Impact erreicht wird?

Die zweite Frage verweist auf die notwendige Evaluation und das Controlling. Sie müssen festlegen, welche Indikatoren Ihnen verraten, dass Sie Ihren Impact auch erzielen. Erst dann hat Ihre Organisation Ihre Mission erfüllt.

Der dritte Schritt: Wer soll das bezahlen?

Bedürfnisse und Bedarfe lassen sich fast unendlich finden. Der Engpass beginnt an dieser Stelle: Woher stammen die Mittel, die Sie für die Umsetzung benötigen. Strategisch gibt es drei große Quellen, aus denen die Mittel fließen, mit deren Hilfe Sie Ihre Projekte und Programme finanzieren können:

  • Diejenigen, die Ihre Leistungen in Anspruch nehmen, die eine Theateraufführung besuchen oder an einem Kurs teilnehmen, zahlen für Ihre Leistung.
  • Private Förderer stellen Ihnen die Beträge zur Verfügung, die Sie benötigen, um Projekte und Programme umzusetzen.
  • Die von Ihnen benötigten Mittel stammen aus öffentlichen oder halbstaatlichen Haushalten und werden Ihnen zur Verfügung gestellt, um Ihre Aufgaben zu erfüllen.

Welche der drei Quellen für Sie bzw. Ihre Projekte und Programme infrage kommt, ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich. Gute Aussichten auf staatlichen Mittel haben Sie, wenn Sie öffentliche Aufgaben übernehmen und Sie deshalb aus Steuermitteln finanziert werden. Private Mittel erhalten Sie eher, wenn Förderer mit Ihrer Mission übereinstimmen und Sie deshalb fördern. Schaffen Sie einen individuellen Nutzen, ist es häufig am einfachsten, den Leistungsempfänger etwas zu verkaufen.

Interessanterweise zeigen amerikanische Studien, dass erfolgreiche Organisationen sich auf eine Quelle und sogar auf ein Funding-Model konzentrieren. Jede Form der Finanzierung hat nämlich ihre eigene Logik und führt deshalb zu zusätzlichem Verwaltungs- und Managementaufwand. Etwas, dass Sie vermeiden sollten.

Der vierte Schritt: Die Anzahl der Finanziers

Gibt es nur wenige Menschen, die einen großen oder größeren Beitrag leisten oder haben Sie viele Kleinspenden? Die Beantwortung dieser Frage ist für Ihr Management und das Marketing ganz entscheidend: Wenige Förderer sind sehr viel einfacher zu handhaben und zu betreuen, sie zu suchen und die Betreuung selbst, ist jedoch viel aufwendiger. Viele Kleinspender lassen sich unter Umständen einfacher finden, jedoch macht Kleinvieh eben auch Mist: Der Aufwand der Pflege und Betreuung übersteigt schnell den weniger Großspender.

Seien Sie aber vor dem „weißen Ritter“ auf der Hut. „Weiße Ritter“ werden in vielen Organisationen herbeigesehnt. Hierunter verstehen wir die Förderer, die alle Ihre finanziellen Sorgen übernehmen und Ihre Projekte und Programme – vielleicht sogar die Overhead-Kosten – zahlen. Das ist zunächst sehr schön, können Sie sich doch auf Ihre inhaltliche Arbeit konzentrieren. Wenn aber der weiße Ritter nach fünf Jahren weiterzieht, haben Sie keine sauberen Finanzierungsstrukturen und es kommt das große Loch. Im schlimmsten Fall die Insolvenz. Sie sollten wissen: Die meisten „weißen Ritter“, die wir kennen, kommen immer nur auf Zeit. Also seien Sie vorsichtig, sollte er auch zu Ihnen kommen.

Gesund stellen Sie Ihre Organisation auf, wenn kein Förderer oder Finanzier mehr als 20% zu Ihrem Umsatz beisteuert. Wenn Sie dann einen mal verlieren – und das kommt immer wieder vor – tut es zwar weh, aber die Existenz Ihrer Organisation steht nicht infrage.

Der fünfte Schritt: Der Beziehungsstatus

Sollen neue Förderer, Kunden oder anderen Finanziers gefunden werden oder ist es Ihnen lieber, wenn die bisherigen Förderer sich stärker einbringen? Beide Möglichkeiten bestehen: Sie können neue Finanziers finden und damit die Anzahl Ihrer Förderer optimieren. Oder Sie entscheiden sich, mit bisherigen Finanziers zu arbeiten, die dann zusätzlich Mittel bereitstellen bzw. häufiger einkaufen oder höhere Beiträge bezahlen. Welche die richtige Strategie ist, hängt stark von Ihren Beziehungen zu Ihren Finanziers ab: Häufig ist es einfacher und kostengünstiger schon bestehende Beziehungen zu nutzen, neue Projekte vorzuschlagen oder Möglichkeiten zu finden, weitere Mittel zu erhalten. Das bedeutet aber auch, dass die Umsätze bezogen auf einzelne Finanziers steigen. Ihre Bedeutung für die finanzielle Stabilität Ihrer Organisation wird kritischer, sollten sie einmal wegfallen.

Neue Förderer bzw. Finanziers zu finden, kann angezeigt sein, um die Förderer-Basis zu erhöhen. Aber das bedeutet immer auch einen deutlich höheren Aufwand. Denn nichts ist so teuer, wie einen neuen Förderer, Kunden oder anderen Finanzier zu finden. Häufig müssen erst Beziehungen aufgebaut werden, bis so viel Vertrauen vorhanden ist, Ihnen für Ihre Projekte bzw. Programme die notwendigen Mittel zu überlassen.

Und welche Strategie passt zu Ihnen?

Stephanie Harm & Dr. Kai Fischer

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