Spendenaufrufe regionaler Organisationen

Regionale Organisationen, also Vereine, Stiftungen, die in einem bestimmtem, regional abgegrenzten Gebiet tätig sind, haben große Chancen, Teile ihres Budgets über Fundraising einzuwerben. Uns erreichen viele Anfragen, wie denn ein Spendenaufruf für solche Organisationen auszusehen hat.

Es gibt ein paar Basics, die jeder Spendenaufruf zu beachten hat. Diese können Sie in unserem Artikel „Spendenaufruf“ nachlesen. Darüber hinaus ist aber wichtig, wen sie mit diesem Spendenaufruf überhaupt erreichen wollen.

Wir unterscheiden ganz grob drei Kategorien:

  • Private Spender, die ganz persönlich ihre Geldbörse öffnen, um ihnen zu spenden.
  • Unternehmen, die aus ihrem Firmenbudget – meist dem PR und Werbebudget – heraus ihr Projekt unterstützen
  • Soziale Investoren, Stiftungen, u.ä., die in Ihre Organisation investieren

Ihr Spendenaufruf kann nicht gleichzeitig alle drei Gruppen gerecht werden, weil sie sich in mehreren Punkten grundsätzlich unterscheiden:

Laien und Profis

Da private Spender und Unternehmen normalerweise Laien in Bezug auf ihre Projekte sind, sollten Sie daher nicht viel über das Wie und Was ihrer Projekte erzählen, sondern mehr über das Warum. Langweilen Sie nicht mit Dingen, die in der Kürze einer Spendenbitte von Externen nur schwer nachzuvollziehen sind. Sie müssen diesen Spendern vielmehr erzählen, warum sie arbeiten und dieses Projekt machen. Diesen Förderern geht es darum zu sehen, welchen Effekt die Unterstützung Ihres Projektes für die Gesellschaft hat. Für regionale Organisationen heißt das, möglichst gut zu beschreiben, wie die Spende für das Dorf oder die Stadt, die Kinder, die Natur, die Kultur in unmittelbarer Umgebung wirkt. Was wird konkret besser?

Natürlich wollen auch Stiftungen wissen, was Gutes mit einer Förderung bewirkt wird. Aber Stiftungen sind Profis auf Ihrem Gebiet. Sie kennen sich gemeinhin gut mit den Projekten aus, die sie fördern. Ihnen können und sollten sie erzählen, wie sie Verbesserungen erzielen wollen. Daher sind Projektbeschreibungen, Wirkungsanalysen und besonders bei Sozialen Investoren auch Businesspläne wichtig.

Eigenes Geld und fremdes Geld

Eine weitere Unterscheidung liegt darin, ob die Förderung aus eigenen oder fremden, sprich anvertrauten Mitteln stammt. Ein privater Spender muss sich allenfalls mit dem eigenen Haushaltsbudget abstimmen, ob und wie viel er spendet. Ganz anders Unternehmen und Stiftungen. Wenn Sie nicht gerade den Unternehmer als Privatmann ansprechen, hat er sich immer gegenüber seinem Unternehmen zu rechtfertigen, warum er eine Ausgabe in Form einer Spende oder eines Sponsorings tätigt. Entweder verbucht er diese Kosten unter Werbung, dann muss diese Art von Werbung aber auch erfolgreicher sein als andere Werbeformen und das Werbebudget muss diese Ausgabe auch hergeben. Hinzu kommt, dass sich Unternehmen aber eben auch Stiftungen und Soziale Investoren vor Aufsichtsgremien oder Inhabern rechtfertigen müssen. Sie müssen also bei diesen Zielgruppen die Begründung, warum eine Spende aus deren Sicht (nicht aus Ihrer!) sinnvoll, ist mitliefern.

Wie sie die Regionalität Ihrer Projekte nutzen können

Privatpersonen bitten Sie am besten um eine Spende, wenn Sie erläutern Sie, wie deren Spende in unmittelbarer Umgebung wirkt. Der Beste Weg dazu ist, Spender in Ihre Organisation einzuladen. Stellen Sie ihre Projekte immer möglichst anschaulich vor, vermeiden sie wann immer es geht Fachlichkeit. Der Ausgangspunkt ist immer ihre Mission: Warum ist dieses Projekt wichtig? Was können Sie mit einer erhaltenen Spende verbessern?

Als regionale Organisation sprechen sie am besten auch regionale Unternehmen an. So fällt es ihnen leichter, einen Nutzen anzubieten. Wenn es um Werbung geht, seien Sie kreativ: Arbeiten Sie z.B. für Menschen, die auch Kunden des Unternehmens sind? Können Sie z.B. ein Kundenevent bei sich organisieren?

Wenn Sie Stiftungen oder soziale Investoren ansprechen, ist es natürlich auch hier einfacher, regional tätige Förderer zu suchen. Der Klassiker sind z.B. die banknahen Stiftungen vor Ort. Hier punkten Sie, indem Sie sauber das soziale Problem, Ihre Motivation, Ihren Lösungsansatz und einen Finanzierungsplan vorlegen. Stiftungen erleichtern Sie den Einstieg, wenn Sie auch den Ausstieg mitdenken und sie darlegen können, wie sich Ihr Projekt nach ein paar Jahren auch ohne Stiftungsmittel trägt.

Wenn Sie wissen möchten, wie Sie konkret Ihre Fundraising-Chancen als regionale Organisation nutzen können, buchen Sie unser Einsteigerpaket mit Check-up und Lösungsvorschlägen oder fragen Sie Ihren Dachverband, ob er nicht ein Inhouse-Seminar für seine regional tätigen Mitgliedsorganisationen anbieten kann.

Und denken Sie bei Ihren Spendenaufrufen immer daran: Ihre Bedürftigkeit reicht nicht aus, andere zum Spenden zu motivieren!

Stephanie Harm & Dr. Kai Fischer

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