Warum es mehr Spaß macht, eine Mio. zu spenden als 50 €

- und wie Sie das bei Kapitalkampagnen nutzen können

20 oder 50 € zu spenden, kennen wir alle aus unserem Alltag. Viele von uns unterstützen Projekte oder reagieren auf einen spontanen Spendenaufruf mit dem, was Sie im Portemonnaie haben. Das sind dann häufig Summen in dieser Größenordnung.

Aber mehr als 1 Mio. zu spenden ist – wenn man es sich leisten kann – schon etwas Besonderes. Das ist selten Geld, welches man in der Kaffeekasse liegen hat und mal eben so ausgeben kann (obwohl es soll auch Menschen geben, bei denen das der Fall ist). Was motiviert jemanden, einen so großen Betrag aus seinem Vermögen zur Verfügung zu stellen?

Der Wunsch zu gestalten

Zunächst einmal: Wer eine große Summe aus dem Vermögen gibt, will auch gestalten. Es geht also immer um die Frage: Wie verändert sich die Welt, wenn ich diese Summe gebe? Hinter dieser Frage stehen die Werte, die des Gebenden und die Ihrer Organisation. Genauer: Es geht um die Mission, die im Zentrum steht, und die Frage: Wie setzen Sie die Summe ein und welche Wirkung erzielen Sie hiermit? Treffen sich die Werte, entsteht die Energie hinter der Spende: Der Gebende weiß: Mit seiner Mio. wird tatsächlich eine Wirkung erzielt. Und diese Wirkung ist nur möglich, wenn ein großer Betrag gegeben wird. Manchmal reichen viele kleine Spenden nicht aus, um eine große Wirkung zu erzeugen.

Eitelkeiten und ökonomische Potenz

Natürlich geht es auch um Eitelkeiten und um die Demonstration der ökonomischen Potenz. Denn nicht jeder ist in der Lage, einen so großen Betrag zur Verfügung zu stellen. Und dass man es kann, zeigt eben auch die ökonomische Potenz. Dieses Motiv ist eher bei Männern als bei Frauen anzutreffen – da Männer allerdings über größere Vermögen verfügen, sind sie unter den Großspendern noch in der Mehrzahl. Übrigens: Hierfür braucht es nicht die große Bühne. Vielen Förderern reicht es, ihre ökonomische Potenz sich oder ihrem unmittelbaren Umfeld zu zeigen. Damit zu protzen, wirkt vielfach deplatziert. Individuelle Bescheidenheit und ökonomische Potenz sind keine Widersprüche, sondern bedingen sich vielfach.

Reputation und Ansehen

Und schließlich gibt es auch noch diejenigen, denen es um Reputation und Ansehen oder um die Aufnahme in die Oberschicht geht. Für diese Gruppe ist es häufig wichtig, dass Ihr finanzielles Engagement auch öffentlich dokumentiert wird. Denn wer eine große Summe gibt, zeigt sich immer auch als freigiebig. Und wer freigiebig ist, kann sein Ansehen in der Öffentlichkeit steigern, kann neue Beziehungen aufbauen und pflegen und hiervon auch ökonomisch profitieren. Auch selbstbezogene Motive sind beim Geben sehr großer Summen durchaus okay.

Was folgt daraus für das Fundraising?

Allen diesen Gruppen ist gemeinsam, dass es ihnen mehr Spaß macht, große Summen zu geben. Denn nur, wenn sie sich von viel Geld auf einmal trennen, können sie damit die Effekte erzeugen, die für sie wichtig sind. Und damit haben sie mehr Spaß daran, Ihnen eine Mio. zu geben als geringere Summen. Allerdings ergeben sich auch Folgen für Ihr Fundraising – insbesondere bei Großspenden Kapital-Kampagnen.

  • Im Zentrum steht Ihre Mission

Wenn es Spaß macht zu gestalten, dann müssen die Werte übereinstimmen. Deshalb steht Ihr Mission Statement im Zentrum Ihres Fundraisings. Nur wenn Sie klar formulieren können, warum Sie aktiv sind und was Sie verändern wollen, schaffen Sie die Basis für ein gemeinsames Gestalten. Hier setzt das Fundraising an. Und die gemeinsam erzeugte Wirkung macht die Hälfte des Spaßes aus, den Förderer beim Spenden großer Summen haben.

  • Zentral sind Wertschätzung und Anerkennung

Dies setzt natürlich auch voraus, dass Sie das Engagement Ihrer Förderer schätzen und deren Leistung anerkennen. Förderer großer Summen sind niemals gleich; sie sind diejenigen, die viele Prozesse erst ermöglichen. Damit haben Sie eine besondere Rolle in Ihrer Organisation. Sie in dieser zu schätzen und sie in die Ergebnisse mit einzubeziehen, sind wichtig für eine langfristige Beziehung.

  • Öffentliche Anerkennung

Wer eine öffentliche Anerkennung benötigt, sollte sie auch erhalten können. Hierfür gibt es viele Möglichkeiten, von Spender-Tafeln bis hin zu gemeinsamen Veranstaltungen. Allerdings sollten Sie vorher immer überlegen, wie weit Sie gehen wollen und inwieweit Sie sich in die Aktivitäten des Förderers einbinden und eventuell auch instrumentalisieren lassen. Wer sich vorher darüber im Klaren ist, kann rechtzeitig verhandeln oder auch die Notbremse ziehen.

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Stephanie Harm & Dr. Kai Fischer

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